Über diese Flüssigkeit wird fast ausschließlich in Prozentzahlen gestritten. Im Alltag geht aber nichts an der Konzentration kaputt, sondern am Werkstoff, auf den sie trifft.
Wir haben die Produktbeschreibungen aller zehn Produkte im Vergleichsfeld daraufhin durchsucht — jeweils den vollständigen Beschreibungsbereich mit einundzwanzig- bis zweiunddreißigtausend Zeichen. Gesucht wurde nach Acryl, Acrylglas, Polycarbonat, Polystyrol, dem Wort Materialverträglichkeit und nach dem üblichen Hinweis, zunächst an verdeckter Stelle zu testen.
Kein einziger Treffer. Keines der zehn Produkte nennt eine Materialgrenze.
Und zugleich empfehlen sie genau die kritischen Anwendungen
Das wäre halb so bedeutsam, wenn die Beschreibungen sich auf Glas und Metall beschränkten. Sie tun das Gegenteil. Ein Anbieter empfiehlt ausdrücklich Brillen, Schallplatten, Kameras und Objektive. Ein zweiter nennt Bildschirme, Brillen und Whiteboards. Ein dritter schreibt pauschal, das Mittel eigne sich als Reiniger für Glas, Metall und Kunststoff — als wäre Kunststoff ein Material und nicht eine Sammelbezeichnung für Stoffe mit sehr verschiedenem Verhalten.
Warum der Schaden selten zugeordnet wird
Bei den empfindlichen Polymeren entstehen keine Löcher und keine Verfärbung. Es entstehen Spannungsrisse: feine, netzartige Risse, die dort beginnen, wo das Bauteil ohnehin unter Spannung steht, und die oft erst Stunden später sichtbar werden. Wer abends die Brille reinigt und morgens ein trübes Netz im Glas findet, denkt an Materialermüdung, nicht an das Reinigungsmittel vom Vorabend.
Die zweite Eigenheit: Es passiert nicht jedes Mal. Ob ein Bauteil reißt, hängt von der Eigenspannung im Material ab, und die ist von Stück zu Stück verschieden. Zehnmal gutgegangen heißt bei diesem Mechanismus nicht, dass es beim elften Mal gutgeht.
Die Bewertungen helfen bei alledem nicht
Bemerkenswert am Vergleichsfeld ist, wie wenig es sich unterscheidet: Neun der zehn Produkte tragen dieselbe Sternebewertung, eines liegt einen Zehntelpunkt darüber. Nach der Glättung liegen sie innerhalb von zwei Hundertstel — alle Produkte sind hier praktisch gleichauf bewertet. Das ist kein Zufall, sondern die Natur der Sache: Isopropanol ist eine genormte Standardchemikalie, und die Anbieter füllen sie ab. Die Sternebewertung kann also gar nicht die Frage beantworten, welches Produkt zum Vorhaben passt.










