Ein Messgerät ist so gut wie seine Abweichung vom wahren Wert. Genau diesen Wert nennen die wenigsten Hersteller. Von den zehn verglichenen Geräten geben zwei eine bezifferte Messtoleranz an; die übrigen schweigen dazu oder nennen stattdessen die Anzeigeauflösung.
Der Unterschied ist grundlegend und wird regelmäßig verwechselt. Die Auflösung beschreibt, in welchen Stufen ein Display anzeigt — ein Gerät mit Anzeige in Zehntelschritten springt von 2,4 auf 2,5. Die Toleranz beschreibt, wie weit der angezeigte Wert vom tatsächlichen Druck abweichen darf. Ein Gerät kann in Hundertstelschritten anzeigen und trotzdem zwei Zehntel danebenliegen. Die feine Anzeige suggeriert dann eine Präzision, die die Messtechnik nicht hergibt.
Weil dieser Wert meistens fehlt, lässt sich die Frage nach dem besten Gerät über die Datenblätter nicht beantworten. Was bleibt, sind die praktischen Eigenschaften: Passt der Kopf auf das Ventil, ohne dass Luft entweicht? Ist die Skala fein genug geteilt, um zwei Zehntel zu unterscheiden? Bleibt das Gerät einsatzbereit, auch wenn es ein Jahr im Kofferraum lag?
Bemerkenswert ist dabei, wie dicht die Bewertungen beieinanderliegen. Sieben der zehn Geräte trennt weniger als ein Zehntel Stern. Das ist kein Zufall: Ein Rohrfedermanometer ist eine Technik aus dem 19. Jahrhundert, ein digitaler Drucksensor kostet in der Herstellung Cent-Beträge. Die Kategorie ist ausgereift, und grobe Fehlkonstruktionen sind selten. Der Unterschied liegt in der Handhabung, nicht im Messprinzip.










