Verglichen wird üblicherweise nach hell und dunkel. Die beiden Angaben, an denen sich die Produkte tatsächlich unterscheiden, stehen dagegen klein auf der Rückseite.
Der Salzgehalt schwankt um mehr als das Dreifache
Die deklarierten Werte reichen im Feld von 5,3 bis 18,7 Gramm je hundert Gramm. Weil die Angabe sich immer auf hundert Gramm bezieht — eine Menge, die niemand auf einmal isst —, wird sie regelmäßig unterschätzt. Umgerechnet auf einen Esslöffel von rund achtzehn Gramm deckt die mildeste Paste sechzehn Prozent des Tagesrichtwerts von sechs Gramm Salz, die salzigste sechsundfünfzig.
Das ist kein Argument gegen Miso, sondern eines für die Umrechnung: Wer eine Misosuppe zubereitet und danach noch salzt, hat den Tagesrichtwert mit einer Mahlzeit erreicht. Vier von zehn Produkten nennen dabei überhaupt keinen Salzwert, sodass sich die Rechnung dort nicht aufstellen lässt.
Die Zutatenlisten gehen weit auseinander
Traditionelles Miso besteht aus vier Dingen: Sojabohnen, Getreide-Koji, Salz und Wasser. Im Feld findet sich das in Reinform — ein Produkt nennt drei Zutaten, ein weiteres vier mit bezifferten Anteilen.
Andere gehen deutlich darüber hinaus. Eine Paste führt Glukose-Fruktose-Sirup, Alkohol und den Farbstoff Riboflavin. Eine zweite enthält Weizenmehl und ist damit nicht glutenfrei. Zwei Tuben sind keine reinen Misopasten, sondern Würzpasten, die Miso als zusammengesetzte Zutat enthalten — was ihren hohen Salzwert erklärt.
Die Bewertungen trennen das Feld nicht
Ein Blick auf die Kundenbewertungen zeigt: Sie unterscheiden sich kaum. Nach der Glättung liegen alle zehn Produkte innerhalb von knapp zwei Zehnteln und damit praktisch gleichauf — deshalb tragen sie in der Tabelle sämtlich dieselbe Einordnung. Das überrascht bei einem Erzeugnis wenig, das seit Jahrhunderten nach demselben Verfahren hergestellt wird. Für die Wahl heißt es: Sie fällt an Salzgehalt, Zutatenliste und Sorte — nicht an einer Sternebewertung.
Und ein Produkt enthält Fisch
Der auffälligste Fund betrifft eine als Miso-Suppenpaste verkaufte Paste: Ihre Zutatenliste nennt Thunfischextrakt aus getrockneten Fischen, darunter Thunfisch und Sardine. Damit ist sie weder vegan noch vegetarisch. Auf der Vorderseite steht davon nichts. In Japan ist diese Machart eine eigene Kategorie — Miso mit zugesetzter Fischbrühe, gedacht als fertige Suppengrundlage —, im deutschen Regal steht sie neben den reinen Pasten.










