Was in der Kartusche steckt
Eine Filterkartusche für die Kanne enthält zwei Dinge. Aktivkohle bindet Chlor, Chlorverbindungen und geschmacksstörende organische Stoffe an ihrer Oberfläche. Ein Ionenaustauscherharz tauscht Calcium- und Magnesiumionen gegen Wasserstoffionen aus und senkt damit die Härte, oft zusammen mit Spuren von Schwermetallen.
Beide Vorgänge haben eine endliche Kapazität. Die Aktivkohle ist irgendwann belegt, das Harz irgendwann abgesättigt. Von diesem Punkt an fließt das Wasser unverändert durch — der Filter arbeitet nicht schlechter, er arbeitet gar nicht mehr. Deshalb ist die Nennkapazität die wichtigste Angabe überhaupt.
Nennkapazität in LiternWie viel Wasser eine Kartusche schafft. Nur drei der zehn Angebote nennen eine Zahl, und sie liegen um den Faktor fünf auseinander.
WasserhärteJe härter das Wasser, desto schneller ist das Harz abgesättigt. Kein Angebot nennt die Härte, für die seine Literzahl gilt.
Gefiltertes TeilvolumenVom Gesamtvolumen der Kanne passt nur etwa die Hälfte in den unteren Teil. Nur vier Angebote nennen diesen Wert getrennt.
KartuschenformatDas gängigste Format des Marktführers wird von mehreren Anbietern nachgebaut. Wer sich darauf festlegt, bleibt beim Nachkauf flexibel.
WechselanzeigeMechanisches Datumsrad, Deckelanzeige oder digitaler Timer. Alle drei zählen Tage, keine Liter — das ist der eigentliche Konstruktionsfehler.
Material der KanneKunststoff ist leicht und bruchsicher, Glas nimmt keine Gerüche an und zeigt Beläge sofort. Neun der zehn Kannen sind aus Kunststoff.
Wer braucht welche Kanne
Die Entscheidung hängt weniger am Modell als am Trinkverhalten. Wer täglich zwei Liter filtert, erschöpft eine Kartusche in zweieinhalb Monaten; wer gelegentlich Tee kocht, in einem Jahr — dann allerdings ist sie längst aus hygienischen Gründen zu tauschen.
| Haushalt | Sinnvolles Kannenvolumen | Worauf es ankommt | Was unnötig ist |
| Eine Person, gelegentlich | 1,5 bis 2,4 Liter | passt in die Kühlschranktür | Großpackungen Kartuschen |
| Zwei Personen, täglich | 2,4 bis 2,6 Liter | hohe Nennkapazität je Kartusche | Messgerät für gelöste Feststoffe |
| Familie, täglich | ab 3,5 Liter | gefiltertes Teilvolumen, nicht Gesamtvolumen | Mineralisierungs-Zusätze |
| Nur für Tee und Kaffee | 1,5 bis 2 Liter | Chlorreduktion, kleine Kartusche | Schwermetall-Zertifikate |
| Nur gegen Kalk in Geräten | — | Entkalken bleibt trotzdem nötig | die Kanne selbst |
In vier Schritten zur Entscheidung
Härtebereich nachsehenDer Wasserversorger muss ihn mindestens einmal jährlich mitteilen. Bei weichem Wasser lohnt die Enthärtung durch eine Kartusche am wenigsten.
Tagesbedarf schätzenLiter je Tag mal 30 ergibt den Monatsbedarf. Erst damit lässt sich beurteilen, ob eine Kartusche einen Monat durchhält oder vorher erschöpft ist.
Kosten je Liter ausrechnenKartuschenpreis geteilt durch Nennkapazität. Fehlt die Nennkapazität, lässt sich diese Rechnung nicht aufstellen — ein Grund, das Angebot zu meiden.
Kannenvolumen prüfenEntscheidend ist das gefilterte Teilvolumen im unteren Behälter, nicht die Zahl auf der Verpackung. Es liegt bei den Angeboten zwischen 0,9 und 1,4 Litern.
Warnung: Wer wegen Bleileitungen filtern will, löst das Problem nicht. Die Verbraucherzentrale rät ausdrücklich davon ab, Trinkwasserfilter zur Bleientfernung einzusetzen. Häuser, die nach 1973 gebaut wurden, haben keine Bleileitungen; besteht Verdacht, gehört das Wasser untersucht und die Leitung ersetzt.
Tipp: Die Kanne gehört nach dem Filtern in den Kühlschrank, und zwar nicht wegen des Geschmacks. Gefiltertes Wasser hat weniger Chlor und damit weniger Schutz gegen Keimwachstum. Kühl gelagert und innerhalb eines Tages verbraucht, ist das unproblematisch.
Zum Weiterlesen: Gegen Kalk in der gesamten Hausinstallation hilft keine Kanne, sondern eine Anlage — siehe unseren Vergleich zum
Wasserenthärter.