Die Produktgruppe wird über zwei Zahlen verkauft: Reichweite und Genauigkeit. Beide sehen nach harten Kennwerten aus, und beide sind ohne Zusatzangabe nicht vergleichbar.
Bei der Genauigkeit zeigt sich das im Feld besonders deutlich. Dort stehen zwei Schreibweisen nebeneinander: Ein Teil der Geräte nennt einen absoluten Wert in Millimetern, ein anderer eine Angabe je Meter. Das sind verschiedene Aussagen. Ein absoluter Wert bedeutet, dass die Abweichung über die ganze Messstrecke gleich bleibt. Eine Angabe je Meter würde bedeuten, dass sie mit der Entfernung wächst — auf zehn Metern wäre der Unterschied zwischen beiden Lesarten das Fünfzigfache. Welche Lesart der jeweilige Hersteller meint, geht aus der Produktangabe meist nicht hervor.
Dazu kommt die Frage, unter welchen Bedingungen gemessen wurde. Eine Millimeterangabe gilt für eine bestimmte Zielfläche, eine bestimmte Entfernung und ein bestimmtes Umgebungslicht. Für Laserdistanzmesser gibt es dafür eine internationale Prüfnorm, die genau diese Bedingungen festlegt: ISO 16331-1. Genau ein Gerät im Vergleichsfeld nennt sie. Ein zweites ergänzt seine Angabe immerhin um den Hinweis auf eine einsatzabhängige Abweichung — das ist die ehrlichere Variante desselben Gedankens.
Bei der Reichweite ist es ähnlich. Sie gilt für günstige Verhältnisse, also eine gut reflektierende helle Fläche bei gedämpftem Licht. Ein Gerät im Feld nennt im Titel hundert Meter und im eigenen Beschreibungstext fünfzig — ohne dass sich klären ließe, welcher Wert gilt.
Was folgt daraus für die Auswahl? Nicht, dass die Zahlen wertlos wären. Sondern dass sie zwischen Geräten verschiedener Hersteller keine feine Rangfolge begründen. Ein Gerät mit ±1,5 mm ist nicht nachweisbar besser als eines mit ±2 mm, wenn beide ihre Prüfbedingungen verschweigen. Entscheiden sollten deshalb die Eigenschaften, die eindeutig sind: Reichweite in der Größenordnung, Laserfarbe, Schutzart, Funktionsumfang und Bauform.










