Die Antwort ist ein physikalischer Grenzwert, und wer ihn kennt, versteht die ganze Geräteklasse.
Die Anlasstemperatur
Werkzeugstahl bekommt seine Härte durch Härten und Anlassen. Wird er später erneut über die Anlasstemperatur erwärmt, verliert er einen Teil dieser Härte — und das ist nicht rückgängig zu machen. Bei den üblichen Werkzeugstählen beginnt das bei etwa 200 Grad.
Sichtbar wird der Vorgang an den Anlauffarben: Eine Schneide, die gelb, braun oder blau anläuft, hat genau diese Temperatur erreicht. Wer beim Schärfen am Trockenschleifer schon einmal eine blau angelaufene Messerspitze gesehen hat, hat der Klinge in diesem Moment die Schärfefähigkeit genommen — sie wird danach schneller stumpf und lässt sich nicht mehr so fein ausschleifen.
Warum langsam läuft, was nass läuft
Zwei Dinge halten die Temperatur unten. Das Wasserbad führt Wärme ab und spült zugleich den Abrieb aus dem Stein, der sonst zusetzt und zusätzliche Reibung erzeugt. Und die niedrige Drehzahl: Nassschleifsysteme laufen mit etwa 90 bis 200 Umdrehungen pro Minute, ein Trockenschleifer mit rund 2.800.
Diese Drehzahl ist deshalb das erste Merkmal, auf das beim Kauf zu achten ist — und sie wird erstaunlich selten beziffert. Von den zehn Geräten in diesem Vergleich nennen drei einen Drehzahlbereich; bei den übrigen bleibt die Angabe offen.










